Kultur kann auch Anstrengen

hm, die letzten Kulturbegenungen waren eher durchwachsener Nautr. Die deutschen Filme (Jericho, Sehnsucht und Requiem) waren alle ziehmlich harte Kost, teilweise aber schon Sehenswert. Allerdings nur für Freunde des Arthouse Kinos. Der Petzold Film ist auf jeden Fall durchgefallen, der gefiel mir gar nicht. Dann am Freitag ein Polnisches Projekt zur vertonung von Fotos. Nu ja, bin kein so großer Freund von Neuer Musik, in ihrer Art bestimmt ganz nett, die Fotos allerdings waren stark. So bring ich die letzten Tage hier zu, bis ich nächste Woche schon wieder in deutschen Gefilden wandere. Noch eine Bemerkung zum russischen Schulsystem, hier gibt es keine Schulversager. Die werden alle durch die eine Schule, die es hier gibt, durchgezogen. Sitzen bleiben oder abgehen is nicht. Fällt negativ auf die Lehrer zurück. Die Klassen sind hier also echt heterogen, wobei das gesamt Niveau etwas leidet.

 

Viele Grüße

Flo

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Letzter Halt, Berlin Gesundbrunnen

also es stimmt nun wirklich. ich werde am 10.12 eine historische Fahrt machen, der letzte Zug, der direkt von Kaliningrad nach Deutschland fährt. Dann gibts endgültig keine annehmbare Verbindung mehr. Airline pleite, Zug gestrichen (die Gründe sind unklar, wahlweise ist die Ukraine oder Polen schuld) und Bus leider keine Alternative, da so ein russischer Busfahrer schon mal 24 Studen ohne Pause durchfährt. Spart Kosten.

Heute abend gets in die Philharmonie, yeah, da freu ich mich. auch wenn ich mein Hemd noch bügeln muss.

Mir ist noch was witziges passiert. Ich hab ne Omi heute nach dem Weg gefrat und ie hat mir es erst falsch erklärt. Denn sie ist mir dann bestimmt einen Kilometer hinterher gewetzt um mir dann noch mal, völlig ausser Atem, den richtigen Weg zu zeigen. Sehr nett die Alte.

Viele Grüße an alle, besonders an Susanne

 

Flo

Filmfestival gestartet

Joh, heute begann das deutsche Filmfestival Russland Nordwest, iniziiert vom Goethe Institut. In Kaliningrad gings mit Petzolds Jericho los. Nicht schlecht, wobei mir Gespenster von ihm besser gefallen hat. Aber diese Übersprechung ist echt der Horror. Da spricht echt ein Russe etwas zeitversetzt alle Dialoge nach. Ohne Emotion. Der Albtraum. Außerdem können Russen nach einem Film noch weniger sitzten bleiben als Deutsche. Wie Abspann, passiert da noch was?? Zusätzlich war der deutsche Konsul zu knickerig und hat nur 15 Flaschen Wein geordert. Also so was…. Dann auch noch aus Würthenberg…

War trotzdem nett, morgen geh ich mal in die Philharmonie, bissel Kultur tut gut.

 

Viele Grüße

Flo

Petersburger Tage

die, im Gegensatz zu den weißen Nächten eher schnell zu Ende gehen. Schon der Flug war echt super, wir sind ja wie schon geschrieben, mit einer kleinen Tupolew geflogen. Die dürfen in Europa nicht mehr landen, da sie nicht unbedingt den allerneusten Sicherheitsbestimmungen entsprechen. Ich hab mal ein Foto vom Innenraum hochgeladen, das war definitiv Sovietstyle pur. Zusätzlich sind innerrussische Flughäfen nicht gerade die aller modernsten und anehmlichsten, sonder eher zweckmäßig ausgerichtet. Aber es gab was zu essen, das kennt man ja als Billigflieger eher nicht mehr. Zum Start und zur Landung verteilen die in russischen Fliegern immer Bonbons, die geschmacklich ebenso abenteuerlich sind wie der Rest des Flugzeugs. Birnengeschmack, super, dann lieber Ohrenschmerzen beim Druckausgleich.

Petersburg selbst ist natürlich der Hammer, super schön, Jugenstil und russischer Klassizismus überall, einen Haufen Menschen und mieses Novemberwetter. Es gab so viel zu sehen und zu entdecken, da reichen drei Wochen nicht, geschweige denn drei Tage. Ausserdem mussten wir ja auch noch arbeiten, war ja ne Dienstreise. Ich freu mich auf jeden Fall auf Februar, wenn wir unser Regionaltreffen Baltische Staaten dort veranstalten. Fotos gibts nicht so viele, ihr wisst doch, ich fotografier nicht so gern. Jetzt sitz ich wieder in Kaliningrad und verfluche die Perepherie, die doppelte, also Isolation von Russland und Europa. Wie kann so ein Müllhaufen die 3. oder 4. teuerste Stadt Russlands werden? Ein Skandal, wirklich. Morgen gibts erstmal ein deutsches Filmfest, mit Eröffnung und ganz guten Filmen, Prinzessinen Bad, Un dann kommen Touristen, ähm, den Rest hab ich vergessen, passt mir aber ganz gut. Viele Grüße euch allen

Flo

Idioten

Jetzt haben dies echt geschafft, die russische Nationalmanschaft. Eins zu null verloren gegen die Slowakei, und ich mitten drin. Das wars mit der Wm.  Bin froh, dass ich aus der Bar lebend wieder rausgekommen bin, schließlich war ja Deutschland schuld, das die Russen überhaupt in die Play-ofs mussten. Das die scheisse gespielt haben wie nur was, davon wollte wieder keiner was wissen, ts ts ts…..

Gemeinschaftsarbeit und Mafiageschichten

Also eins muss ich ja wirklich sagen, was Sauberkeit der Straßen, Grünflächen und Vorgärten anbelangt, da sind die Russen hier echt spitze. Auch wenn ich hier Gefahr laufe mich zu wiederholen. Eine neue Geschichte hab ich über die Mafia hier zu berichten. Hab es nicht selbst gesehen aber aus sicherer Quelle. EIn Pärchen geht mit ihren Kinder spazieren, da biegt mit quietschenden Reifen ein Mosquitsch (lokale Automarke) mit taxischild um die Ecke. Dieser wir seitlich von einem Mafia-Geländewagen voll gerammt und über die Kreuzung geschoben. Der Taxifahrer (ein um die 60 Jahre alter Mann) steigt benommen aus und wird sofort von Leuten umringt. Er ist hier wohl bekannt. Aus dem Mercedes steigen zwei grobschlächtige Gestalten mit Baseballkeulen aus und wollen dem Fahrer ans Leder. Der hat Glück bekannt zu sein und die Menschenmenge verteidigt ihn, so kommt er mit dem Leben davon. Blöd nur, das seine Existenz als Taxifahrer erst mal hinüber ist, sprich sein Mosquitsch ist Schrott. Warum das Ganze? Der Taxifahrer bestand auf seine Vorfahrt. Aber wo soll er sich auch beschweren…

Also immer vorsicht vor Mercedesgeländewagen in schwarz, komplett getönte Scheiben und Nummernschilder mit 333, 777 oder 555, mit denen ist nicht gut Kirschessen

Der Flo grüßt euch ganz lieb

 

Schweinegrippechaos

Puh, es gibt eine Regelung zur Eindämmung der Schweinegrippe. Klassen dürfen während des Schultages nicht mehr ihren Klassenraum wechseln. Das ist ein Chaos, ich sags euch. Was das helfen soll, weis ich auch nicht. Für einen Arbeitsgruppenlehrer ohne feste Klassen (mich) bedeutet das jeden Tag aufs neue einen Raum finden, wonderful. Mal ein Durchgangszimmer zwischen zwei Klassen ohne Tafel, mal die Aula, mal die Bibliothek, traumhaft. Vor allem das Durchgangszimmer war der Renner, da ich zwischen den Schichten unterrichtet habe, also eine ständig nervende Blagen um mich rum, super.War nämlich auch noch im Flur der Grundschule, in welchem das Licht nicht ging und die kleinen Monster das zu ewigen „ich versteck mich, erschreck dich und dann rennen wir schreiend durchs Dunkel“ Spielen animierte. Vor allem schreien. Aber ich beschwer mich nicht, die anderen Lehrer habens auch nicht besser. Es heißt ja auch, jeder Gang macht schlank und vor allem wenn man mit hundertausend Büchern und Material durch die Gänge streift. So ist das. Ich hab mich dann auch beim Mittagessen in der Kantine wieder aufgemuntert, in dem ich Grundschüler beim Suppenteller-balancieren zugeschaut hab. Ein Knüller, „Vorsichtig, Vorsichtig…, NEIN“, verschüttet, immer wieder super.

Am Sonntag gehts nach Petersburg. Mit einer Tupolev, das gibt ein Abenteuer. Nähere Informationen über meinen baldigen Tod durch zerschmettern entnehmen sie bitte den Sicherheitsinformationen vor ihnen in ihrem Sitz. Viele Grüße

Flo