lagom foto

sonntag abend stress



GIn dobre Gedansk

Hier bin ich also nun gelandet, in Danzig, Grass City. Hab noch nich viel gesehen, bin spät angekommen mit meiner Lieblingsbuslinie, Kenig Awto, ein Traum. Musste an der Grenze meinen Rucksack auspacken, das war ein Spaß. Die Zöllner in Polen haben das auch ziehmlich schnell bereut, da ich ja jetzt nicht so der profissonelle Packer bin. Tja, vorm auspacken muss man ja bekanntlich einpacken. Das hab ich dann schweren Herzens getan, nach einem vollen Tag gestern und ein wenig Zeit heute. Hab mir noch Geld von der Vermieterin aus der Tasche ziehen lassen und hab dann also wirklich die Zelte hier abgeschlagen. Shcade drum, schön wars. Hab wirklich nette Leute hier getroffen, Trofim, Sascha, Zina, Katja, vor allem Genia und natürlich Elena usw., ohne euch wärs nich so toll gewesen. Danke sagen möchte ich auch an dieser Stelle an all euch Leser, ich hoffe es war einigermaßen interessant. Mich hats immer gefreut, hier etwas für euch und für mich zu hinterlassen. Was soll ich baer jetzt damit machen? Kommentare bidde. Projekt ist auch ganz gut geworden, natürlich nich perfekt, aber schon vorzeigbar. Tolle Geschenke habe ich bekommen, miesen Congak und Bilder und ne geile Soviet Urkunde, die meine Verdienste an der Schule dokumentieren, leider keinen Orden…..
Also bald seh ich euch ja wieder

Sternkreuz der Geschichte

Schon wieder sind viele Tage vergangen seit dem letzten Eintrag. Ich versuche jetzt natürlich noch jede Minute zu nutzen und vernachlässige deswegen das schreiben ein wenig. Außerdem raubt mir das Projekt den letzten Nerv, was musste ich mir auch so was Aufwendiges aussuchen. Na ja, morgen wird’s dann endlich gedruckt, Donnerstag Präsentation und Interview in ner großen Wochenzeitung, dann ist Schluss. Ich mag gar nicht weg, es ist grad echt schön hier, das schreib ich jetzt ja schon irgendwie in jedem post. Was hab ich noch alles so gemacht. Schatzsuchen war ich mit nem Freund, mit Metalldetektor und allen Schikanen, war Spaßig. In Balga war ich, da wars nicht so spaßig. An diesem Ort (heute erinnert nur noch ein Haus an die Kleinstadt) sind die großen Flüchtlingstrecks über das Haff nach Pillau gezogen und zehntausende haben auf dem Eis den Tod gefunden. Eingebrochen durch Bombardements der Luftwaffe. Heute kommt man da recht schwer hin, nur über ne kleine Straße. Es ist ein Ort der stille, an dem immer noch die Wellen des Haffs die Knochen der Toten an den Strand spülen. Definitiv der unheimlichste Ort, an dem ich je gewesen bin. So, die Verabschiedungstour läuft schon ne Woche, bald gibt’s Berichte live und in Farbe in Germania.

Send Lawyers guns and money

noch ein großartiger Song Warren Zevon + alternativer Text von mir


Sorry, sound is nich erste Sahne

(Warren Zevon/Florian Moosbauer)

Well, I went home with the waitress
The way I always do
How was I to know
She was with the Russians, too

I was gambling in Kaliningrad
I took a little risk
Send lawyers, guns and money
Please get me out of this

I’m the innocent bystander
Somehow I got stuck
Between the rock and the hard place
And I’m down on my luck
And I’m down on my luck
And I’m down on my luck

Now I’m hiding down in Poland
I’m a desperate man
Send lawyers, guns and money
The shit has hit the fan

Die Tage verwehen

so schnell, meine sind hier gezählt. Schade eigentlich, denn ich fühle mich im Moment so wohl hier und es gäbe noch 10.000 Dinge hier zu erledigen. Das Projekt ist fast fertig, der Druck von 100 Reiseführern von Schülern für Schüler schient gesichert und ich bin scon ganz aufgeregt, wie es letztendlich ausehen wird. Morgen hab ich noch ein letztes Interview mit einem Professor an der Uni. Das hat mich auch in den letzten Tagen schwer in Atem gehalten, denn hier einen adequaten Druck zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Ach Kaliningrad, wie schwer wird es mir jetzt schon ums Herz, bald schließt sich der Schlagbaum und ich bin erstmal wieder ausgesperrt. Den Vorschlag der Schüler, als Gastarbeiter hier zu arbieten, musste ich dann doch abschmettern, unter 40.000 Rubel läuft halt nix. Politisch gehts hier hoch her, der Bürgermeister spürt Gegenwind und ich bin mal gespannt, ob man von Effekte der Anschläge in Moskau hier auch zu spüren bekommt. Bald schreibe ich wieder mehr, auch noch die Erlebnisse aus Riga. Jetzt gebe ich mich wieder dem Konsum der Landestypischen Getränke hin und weine mich leise in den Schlaf, um morgen einen weiteren tollen Tag im Kosmos Kaliningrad zu erleben. Das ist auch der titel des Reiseführers, „Per Rakete durch den kaliningrad Kosmos“ Kosmos, ich bin noch nicht fertig mit dir.

Einfach so,

weil ich das Lied so oft gehört habe in der letzten Zeit

Gazelle oder Wildschwein

Endlich finde ich wieder mal die Zeit, hier mal wieder etwas zu hinterlassen. Es war viel los seit dem letzten Eintrag. Den Anfang bildetete Anissa, eine Kollegin aus Kleipeda, die mich hier besuchte und auch gleich mal das volle russische Programm mitbekam. Bus fällt aus, irgendwer organisiert ne Marschrutka und ab geht die post. Inklusive Elchsichtung auf der Nehrung. Da bin ich natürlich sehr neidisch, es gibt dort nur noch sehr wenige Elche, ich hätte auch mal gerne einen gesehen.War schön Besuch zu haben, da erkundet man ja eine Stadt noch mal neu. Nach ihrem Besuch gings nach Riga, mieser Rumpelbus, ne dicke Babuschka neben mir und super gut gelaunte Grenzer um 2 Uhr morgens in Sovietsk haben die Fahrt bis Riga sehr nett umrahmt. Dort schnell in den Bus nach Tallinn, ein echter Luxusbus mit Stewardessen, Beinfreiheit, WiFi und freiem Getränk. Nur war der dann doch teurer als gedacht, denn die lettischen Lats sind nicht wie ich es gerade gewöhnt bin, günstig im Deviseneinkauf. 1 € 0,78 Lats oder so ähnlich. Tallinn ist ganz großartig, eine der schönsten Städte, die ich bis jetzt besucht habe, wirklich war. Insgesamt waren die Tage in Tallinn viel zu schnell vorbei und ich hab alles gegeben, um Estland zu verstehen. Ich habe mit Marie einen Estnischkurs besucht und kann sagen: Ma panen mütsi pähe. (Ich zieh mir die Mütze auf den Kopf, pähe=Kopf) Super komplizierte, aber auch super schöne Sprache. Eine Sprache in der 1 „ücks“ heißt, ist einfach der Hammer. Estnischen Volkstanz hab ich auch besucht und bin mehr oder minder erfolgreich mitgehüpft. Ein paar Schritte waren nicht so schwer, aber gerade die Pirouetten haben mich fertig gemacht. Ich wandelte also zwischen graziler Gazelle und dickem Pfälzer Wildschwein. Was die Esten darüber gedacht haben, war nicht zu ergründen, die sind da echte Skandinavier und halten mit Emotionen eher hinterm Berg. Erwähnung sollte auch noch das KuMu und eine spanische Party finden. Das KuMu ist eines der besten Museen, in denen ich bis jetzt war, wirklich. Da passt alles, Architektur, Exponate, Räume, Arrangements, einfach alles, ein perfektes Museum. Bin auch auf der zugefrorenen Ostsee spazieren gegangen und auch mit dem rechten Fuß eingebrochen, da Marie die tolle Idee hatte, ein Selbstauslöserfoto zu machen und ich meine Kamera auf einen Stein legen sollte. Leider ist das Eis ja bekanntlich um Steine herum nich so dick. Und Brezeln hab ich mitgebacken. Am letzten Abend dann spanische Erasmusparty, ein wahrer Kulturschock nach all den zurückhaltenden Esten auf Jose, Carmen, Fernando, Pedro und noch ein paar zu treffen. Sofort gabs Tortilla, Chourizo, Wein und Pan de Plastico. Riesen Lärm, eine fast weinende Carmen, die sich über die Esten beschwert und wie sehr das ihrer Latinaseele weh tut, diese Kälte und Zurückhaltung. Dann wurde auch noch ein Video mit mir beim Jamon schneiden gedreht. Für die Oma in Andalusia, weil der Deutsche den Jamon immerhin Fino schneiden konnte, besser als die Spanier. Hätt ich damals in Madrid mal nur das „Super-Fino“ Diplom gemacht….
Auf dem Rückweg hab ich dann noch einen Zwischenstopp in Riga eingelegt und mir diese Stadt auch noch mal zu Gemüte geführt. Darüber erzähle ich ein Ander mal.
Zum Schluss noch ein Estnisches Gedicht:

Triibuline jakk
Ja triibulised püksid
Triibulist kostüümi
Sebra kannab üksi

see on nii, sest sebra
tunneb hästi moodi
ja et triiburiie
toodi riidepoodi

Ahvilapsed puudel
Naerust krambid saavd
Päise päeva ajal
Kannab see pidzaamat
Mein Favorit ist „Ahvilapsed puudel” = “Die Affenkinder”

Zur Oberbürgermeisterloge bitte

Den Satz durfte ich heute sagen. War zum Konzert im Theater geladen, das grandiose Sinfonie Orchester von Arkadie Feldmann spielte nachträglich zum Frauentag. Für mich gabs ne Freikarte auf Sitz Nr. 1 in der Oberbürgermeisterloge, he he, das hat mir natürlich getaugt und bin gleich mal 10 cm gewachsen. Man hat extra ne Tür für uns aufgeschlossen. Wenn die wüssten, wer sich da eingeschlichen hatte. Ich wollte dann eigentlich Schabernack treiben, einschlafen, Kaugummiblasen machen oder Fingernägel schneiden, ich wurde aber von meinen Begleitern leider erfolgreich daran gehindert :-(. Leider gabs auch keinen Logenservice. Dafür 15 Mobiltelefonanrufe während des Konzerts. Das waren exat alle 10 min einer, da sind die hier schmerzlos. Egal, schee wars trotzdem. Ein wunderschönes Wort übrigens Oberbürgermeisterloge.

Hass/Liebe

Sachen die ich hasse:
Feldsalat putzen, zu Hause hat das immer mein Vater als Küchensklave erledigt. Ne ganz miese Arbeit.
Leute um sechs einladen und der letzte kommt um 9:30
Blumen für den blöden Frauentag kaufen und dann macht man die Plastikfolie ab und sie zerfallen in ihre Einzelteile.
Morgens zum Geschäft stolpern müssen, weil die Russen alles Wasser für Tee aufgebraucht haben und schon wieder nach Neuem schreien
Aus dem Geschäft stolpern und merken, dass man alles gekauft hat, nur kein Wasser.
Mit 12 Liter Wasser auf Eis ausrutschen.
In Russland Wein kaufen. Die schreiben hier nen ungefähren Alkoholgehalt drauf, 11-12.5 % zum Beispiel. Versteh ich nicht. Und mies ist der….
Den Dreck auf der Straße
….

Dinge , die ich mag
Wildschwein kochen und verzehren
Wildschwein für neue Freunde kochen
„Reue“, ein georgischer FIlm, den wir gestern gesehen haben
Die 7. Klasse im Lyzeum
Genia
Das Meer, mittlerweile sieht man auch wieder Strand
Bernstein am Strand finden
….